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Sonntag, 30.4.2017
16 Uhr

In Darkness

D/Can/Polen 2011, 144 min, Regie: Agnieszka Holland, mit Robert Więckiewicz, Kinga Preis, Agnieszka Grochowska, Maria Schrader, Herbert Knaup, Marcin Bosak

(OmdU)

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Der Kanalarbeiter und Gelegenheitsdieb Leopold Socha wird mehr oder weniger zufällig zum Lebensretter, Mitten im Nationalsozialismus. Denn er entdeckt bei seiner Arbeit eine größere Gruppe jüdischer Ghettobewohner, die ganz offensichtlich nach einem Versteck suchen, da sie auf der Flucht sind. Leopold kennt die Kanalisation wie seine Westentasche, auch weil er dort häufig sein Diebesgut lagert. Zunächst wittert er einfach eine weitere Möglichkeit des Zuverdienst und versteckt die Gruppe gegen Geld in dem Labyrinth der unterirdischen Gänge. Auch wenn das Leben dort nicht gerade menschenwürdig ist, versuchen alle ihr Bestes zu geben, um eine Art normalen Alltag zu führen. Als plötzlich eine Überflutung die Kanalisation zu überschwemmen droht, muss Socha sich schnellstens etwas einfallen lassen - und wächst dabei über sich hinaus. Agnieszka Holland wertet nicht, sie stellt die Moralfrage(n) nicht in den Vordergrund, ebensowenig gibt es bei ihr das klassische Täter-Opfer-Schema zu betrachten. Das ändert jedoch nichts an der Intensität der Bilder und des Films als solches. Holland hat ein düsteres Epos geschaffen, das nicht umsonst für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert war.